Priv. Doz. Dr. med. Hela-F. Petereit, Dr. med. Jan-Dirk Seifert | Neurologie, Orthopädie & Unfallchirugie | Böckingstr. 54-56, 51063 Köln-Mülheim | Telefon: 0221 977 79 60
Praxis Rechts vom Rhein

Krankheitsbilder

Im Folgenden finden Sie einige Beschreibungen von Krankheitsbildern, in leicht verständlicher Sprache. Dabei unterscheiden wir zwischen orthopädischrheumatologischen Krankheitsbildern und neurologischen Krankheitsbildern. Wir weisen eindringlich darauf hin, dass die hier aufgeführten Medikamente und Behandlungsmethoden nicht den Besuch bei einem Arzt ersetzen können.


Orthopädisch Rheumatologisch

Arthrose

Als Arthrose bezeichnet man einen Gelenkverschleiß, der über das Altersmaß hinausgeht und/oder Beschwerden verursacht. Gelenke befinden sich an allen Übergängen zwischen zwei verschiedenen Knochen. Zwei Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre leiden an Beschwerden im Rahmen der Arthrose. Nahezu jedes Gelenk kann betroffen sein, am häufigsten ist jedoch das Kniegelenk betroffen. Bei der Arthrose dünnt zunächst der Knorpelüberzug der Knochen an den Gelenkflächen aus. Er bekommt eventuell feine Risse, die sich zu größeren Knorpeldefekten ausweiten können. Es bildet sich dann ein Ersatz- oder Narbenknorpel, der aber nicht so gut den Anforderungen des Gelenks gerecht wird. In Spätstadien der Arthrose kommt es an den Gelenkflächen zu direktem Knochenkontakt.

Im Vordergrund der Arthrose-Beschwerden stehen Schmerzen, ev. auch eine Schwellung des betroffenen Gelenkes oder eine Einschränkung der Beweglichkeit. Die Beschwerden verstärken sich typischerweise bei Belastung oder Bewegung des Gelenkes.

Risikofaktoren für eine Arthrose sind vor allem Übergewicht, seltener zurückliegende Verletzungen des Gelenkes, Fehlstellungen wie z.B. O- oder X-Beine (Genu varus oder valgus) oder Entzündungen der Gelenke. Die häufigste Erkrankung, die zu Entzündungen der Gelenke führt ist die rheumatoide Arthritis oder kurz auch Rheuma genannt.

Günstig auf die Gelenkgesundheit wirkt sich Bewegung aus, da der Knorpel durch die ihn umgebende Gelenkflüssigkeit ernährt wird. Ein kräftiges Muskelkorsett schützt die Gelenke außerdem vor Überlastung.

Um die Diagnose einer Arthrose stellen zu können, erfolgt eine hausärztliche oder orthopädische Untersuchung, gefolgt von Zusatzuntersuchungen wie Röntgenbildern, Ultraschall, oder Schnittbildern. Bei starker Gelenkschwellung kann im Einzelfall auch eine Gelenkpunktion notwendig werden.

In der Behandlung gilt es zwei Aspekte zu berücksichtigen:

Die Schmerzbekämpfung und die Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Gelenks.

Zur Schmerzbekämpfung werden zuerst schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente (Tabletten, Tropfen, Pflaster), Infusionen (Tropf) oder Injektionen (Spritzen) eingesetzt.

Häufig verwendete Substanzen sind Diclofenac , Ibuprofen oder die sogenannten Coxibe.

Reichen diese zur Schmerzbekämpfung nicht aus, kann man Novalgin, Lokalanästhetika oder Morphin-ähnliche Medikamente (Opioide, z.B. Tramadol) einsetzen. Als letzte Stufe der pharmakologischen Schmerztherapie stehen Opiate (Morphin u.a.) zur Verfügung. Unterstützen kann man die Schmerzbekämpfung durch „Vereisung“ (Kryotherapie), Laserbehandlung, Stoßwellenbehandlung, Kinesiotaping (Klebepflaster zur Schienung), Bandagen und Schienen zur Ruhigstellung und Bewegungstherapie durch Krankengymnastik oder Eigenübung.

Um das Gelenk länger funktionsfähig zu erhalten, kann man Substanzen, aus denen der Gelenkknorpel besteht wie Hyaluronsäure, ins Gelenk spritzen oder eine Magnetfeldbehandlung durchführen. Manchmal ist eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) sinnvoll, da sie raue Stellen im Knorpel glätten und Fremdkörper aus dem Gelenkspalt entfernen kann. Ist die Arthrose sehr weit fortgeschritten, muss manchmal eine Gelenkersatz (Endoprothese) durchgeführt werden.

Häufige Krankheitsbilder:

Coxarthrose Hüftgelenksarthrose

Gonarthrose Kniegelenksarthrose

Omarthrose (Arthrose des Schultergelenks)

Rhizarthrose (Arthrose des Daumengrundgelenks)

Heberden- und Bouchardarthrose (Arthrose der Fingerend- und -mittelgelenke)

Fuß- und Zehenfehlbildungen (z.B. Hammerzeh, Großzehenfehlstellung (Hallux valgus), Krallenzeh)

www.arthrose.de/arthrose/was-ist-arthrose.html

Osteoporose

Bei Osteoporose (Knochenschwund) ist die Anzahl der Knochenbälkchen im Knocheninnern (Spongiosa) und deren Verknüpfung untereinander vermindert. Auch die äußere Knochenschicht (Kortikalis) ist oft dünner als bei gesunden Knochen.

Daher hat der Osteoporose-Patient ein größeres Risiko, bei Stürzen oder sogar bei alltäglichen Tätigkeiten wie Heben oder Tragen einen Knochenbruch (Fraktur) zu erleiden. Das Risiko von Patienten mit Osteoporose zu sterben, ist ähnlich hoch wie das von Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Darum sollte die Osteoporose konsequent behandelt werden.

Wie hoch das Fraktur-Risiko eines Patienten wirklich ist, kann anhand bestimmter Risikofaktoren abgeschätzt werden:

Lebensalter über 60 Jahre

Weibliches Geschlecht, besonders nach den Wechseljahren

Verminderung der Knochendichte (sog. Dexa-Messung)

Erbliche Vorbelastung

Bestimmte Vorerkrankungen wie eine Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung (sekundäre Osteoporose)

Einnahme knochenschädlicher Medikamente (Kortison, Antiepileptika, Schilddrüsenhormone, …)

Durchgemachte Knochenbrüche

Untergewicht

Rauchen

Alkoholkonsum

Mangelnde Bewegung

Sturzgefahr

Ein Risikofaktor für sich allein reicht nicht aus, um das Risiko von Knochenbrüchen abzuschätzen. Die Einschätzung des Frakturrisikos und die daraus resultierende Behandlung der Osteoporose trifft der Arzt gemeinsam mit dem Patienten nach Vorliegen aller Informationen und Untersuchungsergebnisse.

Folgende Medikamente werden im Rahmen eines Stufenschemas zur Behandlung der Osteoporose verwendet.

Calcium, Vitamin D, Bisphosphonate (Ralendronat, Ibendronat, Risendronat, Zolendronat), selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (Raloxifen), Parathormon-Analoga, Strontiumranelat, monoklonaler Antikörper gegen RANK-Ligand (Denosumab)

www.dv-osteologie.org/patienteninfo

Rheuma

Landläufig auch Rheuma genannte Entzündung der Gelenke. Früher war der Begriff chronische Polyarthritis gebräuchlich, heute spricht man von rheumatoider Arthritis (RA). Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, d.h. die körpereigene Immunabwehr, die uns vor Infektionen mit Krankheitserregern schützen soll, ist fehlprogrammiert und hält die Gelenkinnenhaut (Synovia) für einen Krankheitserreger, den sie bekämpft. Vor allem junge Frauen sind betroffen. Schätzungsweise 800 000 Patienten leiden in Deutschland an einer RA.

Es kommt zu einer Zerstörung von Knorpel und Knochen im Gelenk durch den Entzündungsprozess sowie durch eine Wucherung der Synovia. Gelingt es nicht, den Entzündungsprozess zu stoppen, so kommt es zu einer Zerstörung der Gelenke mit Fehlstellung oder sogar Funktionsunfähigkeit. Da besonders die kleinen Gelenke wie die an den Händen betroffen sind, können die Greiffunktion, Schreibfunktion oder andere wichtige Alltagstätigkeiten betroffen werden.

Die Diagnose wird durch einen typischen Krankheitsverlauf mit schubartig auftretenden, wiederkehrenden Gelenkschwellungen mit Rötung und Schmerzen, einen typischen Untersuchungsbefund hinsichtlich der Verteilung der betroffenen Gelenke, Röntgenbilder und Blutuntersuchungen gesichert. Im Blut ist ein erhöhter Rheumafaktor (RF) oder das cyclische citrullinierte Peptid (CCP) ein wichtiger Hinweis für die rheumatoide Arthritis.

Wichtig ist es, den Entzündungsprozess, und damit die Gelenkzerstörung, zu bremsen. Dies lässt sich meist nur durch eine sogenannte Basistherapie, die dauerhaft eingenommen wird, erreichen. Dabei kommen Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva, z.B. Methotrexat oder Azathioprin) ebenso zum Einsatz wie Cortison und Substanzen, die in das Immunsystem eingreifen (disease modifying drugs (DMARD) oder Biologicals, z.B. Enbrel®, Humira® oder Remicade®).

Eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) kann hilfreich sein, da sie Entzündungszellen und Botenstoffe aus dem Gelenkspalt entfernt und vermehrte Synovia abträgt. Die Abtragung der entzündeten Synovia kann auch operativ (Synovektomie) oder mit radioaktiven Substanzen (Radiosynoviorthese) erfolgen. Bei stark zerstörten Gelenken ist ein Gelenkersatz (Endoprothese) ev. auch eine Gelenversteifung (Arthrodese) notwendig.

In jedem Stadium der Erkrankung ist die Krankengymnastik zur Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit wichtig.

Bei Gelenkfehlstellung helfen Schienen (Orthesen).

www.dgrh.de/patienten.html

Wirbelsäulenerkrankungen

Beschwerden, die durch Veränderungen an der Wirbelsäule ausgelöst werden, gehören zu den häufigsten Ursachen für einen Arztbesuch überhaupt. Nicht immer ist es der Bandscheibenvorfall, der zu Schmerzen im Rücken oder zu einer Schmerzausstrahlung in Arm oder Bein führt. Auch alters- und belastungsbedingte Veränderungen am Bandapparat der Wirbelsäule oder an den kleinen Wirbelgelenken können zu Schmerzen und Bewegungseinschränkung führen. Durch die Nähe der Bandscheiben zu den Nervenwurzeln und teilweise auch zum Rückenmark können neurologische Ausfälle wie Kribbelmissempfindungen, Taubheit oder gar Lähmungen oder Inkontinenz entstehen, wenn eine Bandscheibe ihren angestammten Platz zwischen den Wirbelkörpern verlässt.

Jede Wirbelsäule zeigt im Lauf der Zeit Abnutzungserscheinungen (Wirbelsäulendegeneration).

Die daraus resultierenden Beschwerden variieren von Patient zu Patient. Das wichtigste ist es vorzubeugen, das heißt, sich rückenschonend zu verhalten. Folgender Katalog soll sie dabei unterstützen:

Gewichtsreduktion

Regelmäßige Entspannungsübungen (Yoga, autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen)

Muskelaufbau mit isometrischen Übungen (z.B. Pilates)

Rückenschonendes Arbeiten (Arbeitsplatzergonomie)

rückenschonendes Heben

Rückenschule

Geeignete Hilfsmitte (Matrazen, Kopfkissen, Stühle)

www.agr-ev.de/index.php/de/infos-fuer-patienten-und-verbraucher

Sportverletzungen

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Neurologisch

Demenz

Hierunter versteht man einen Abbau der Gedächtnisleistung und Merkfähigkeit in Verbindung mit einer Einschränkung anderer höherer Hirnleistung wie z.B. der Fähigkeit, sich eine Meinung zu bilden, ein Problem zu lösen, sich an einem Ort zu orientieren oder Aufgaben des Alltags zu bewältigen.

Die häufigste Form ist die Alzheimer Demenz. Es gibt aber noch eine Reihe anderer Erkrankungen, die zu dementiellen Symptomen führen können. Daher ist es wichtig, zu Beginn der Erkrankung solche Demenzformen auszuschließen, die man behandeln bzw. heilen kann. Dazu zählen die depressive Pseudodemenz, Vitamin-Mangel-Erkrankungen, die Neurolues (Syphilis), Neuroborreliose, Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsenunterfunktion) oder der Normaldruckhydrozephalus.

Zum Ausschluss der behandelbaren Demenz-Formen ist eine neurologische Untersuchung, meist in Verbindung mit neuropsychologischen Tests, Blutuntersuchungen und einer Bildgebung vom Gehirn notwendig.

www.deutsche-alzheimer.de/index.php?id=5

Epilepsie

Diese Erkrankung ist durch wiederkehrende epileptische Anfälle gekennzeichnet. Dabei werden große Anfälle (Grand mal) von kleinen Anfällen (Petit mal oder Absence) und Anfällen mit umschriebenen Symptomen (fokale Anfälle) unterschieden. Bei den großen Anfällen verliert der Patient das Bewusstsein, es kommt zu Muskelzuckungen am ganzen Körper. Gelegentlich geht unwillkürlich Urin oder Stuhl ab oder die Patienten beißen sich auf die Zunge. Nach dem Anfall kommen die Patienten nicht gleich wieder zu sich. Absencen können in einer nur wenige Sekunden andauernden Abwesenheit, eventuell in Verbindung mit einer leichten Drehung des Kopfes oder der Augen bestehen. Bei fokalen Anfällen kann es zu Muskelzuckungen nur auf einer Körperhälfte bei erhaltenem Bewusstsein oder zu einem intensiven Angstgefühl, aber auch zu vielen anderen Symptomen kommen, die für eine gewisse Zeit, meist wenige Minuten, anhalten und dann von alleine aufhören oder aber in einen großen Anfall übergehen.

Man unterscheidet Epilepsien, die nach einer Hirnerkrankung auftreten, von solchen, die genetisch bedingt sind. Bei jedem dritten Patienten kann die Ursache der Epilepsie nicht geklärt werden.

In Köln leiden etwa 2000 Menschen an einer Epilepsie. Viele Epilepsien kann man gut behandeln, in dem man durch regelmäßige Einnahme von Medikamenten und die Einhaltung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen (kein Alkohol, regelmäßiger Nachtschlaf, Vermeidung von Anfallsauslösern) die Häufigkeit der epileptischen Anfälle verringert oder die Anfälle sogar ganz unterdrückt. Menschen, die an einer Epilepsie leiden dürfen oft kein Kraftfahrzeug führen und sollten sich nicht in gefährliche Situationen (unbeaufsichtigtes Baden, Klettern) begeben. Dennoch führen viele Patienten mit Epilepsie ein ganz normales Leben und nehmen am Berufsleben teil.

Medikamente, die zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt werden:

Carbamazepin, Eslicarbazepin, Lacosamid, Lamotrigin, Levetiracetam, Oxcarbazepin, Perampanel, Phenytoin, Primidon, Retigabin, Topiramat, Valproat, Vigabatrin, Zonisamid

www.dgfe.info/home/index,id,18.html

www.epilepsie-selbsthilfe.de/index2.htm?koeln/index.htma/a>

Karpaltunnelsyndrom

Der Karpaltunnel wird durch die Knochen des Handgelenkes und ein sie verbindendes Band, das Ligamentum transversum, gebildet. Durch den Karpaltunnel ziehen die Muskeln der Unterarmbeugeseite und der Mittelhandnerv (Nervus medianus). Kommt es zu einer Schwellung des Handgelenks, verringert sich der Platz im Karpaltunnel und es entsteht Druck auf dem Mittelhandnerv. Das verursacht Schmerzen, besonders häufig in der Nacht oder bei bestimmten Bewegungen wie beim Fahrradfahren oder Kinderwagenschieben, die bis in den Oberarm ausstrahlen können (Brachialgia nocturna). Außerdem kann es auch zu Kribbelmissempfindungen, zu einem Taubheitsgefühl der Fingerspitzen, ja sogar zu Lähmungserscheinungen der Handmuskeln kommen.

Die Diagnose wird durch Vermessung der Nervenleitgeschwindigkeit gesichert.

Zunächst kann ein Behandlungsversuch mit nächtlichem Salbenverband und Ruhigstellung erfolgen.

Führt das nicht zum Erfolg kann wahlweise eine Einspritzung von Kortison ins Handgelenk oder eine operative Spaltung des Ligamentum transversum mit Neurolyse erfolgen.

Multiple Sklerose

Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem aus unbekannten Gründen fehlprogrammiert ist. Sowohl genetische als auch Umwelteinflüsse spielen eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung. In Gegensatz zu Gesunden erkennt das Immunsystem körpereigene Strukturen wie die Myelinhüllen der Nervenzellen im Gehirn, Rückenmark und Sehnerven nicht mehr und attackiert sie, als ob es sich um Bakterien oder Viren handeln würde. Das führt zu einer Entzündungsreaktion, bei der die Nervenzellhüllen (Myelin) zerstört werden. Kommt die Entzündung rechtzeitig zum Stillstand, kann sich die Nervenzellhülle regenerieren. Andernfalls stirbt sowohl die Nervenzellhüllen-produzierende Zelle (Oligodendrozyt) als später auch die Nervenzellfortsätze ab.

Durch die Zerstörung der Nervenzellhüllen kommt es zu einer verlangsamten Weiterleitung der Nervenimpulse. Je nachdem, welche Nervenbahnen betroffen sind, können Sehstörungen (Verschwommensehen, Rotentsättigung), Gefühlsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Doppelbilder, Lähmungen, Fatigue, Blasenentleerungsstörungen oder andere Beschwerden auftreten. Solange der Nervenzellfortsatz nicht durch die Entzündung zerstört wird, können sich die Symptome unter einer geeigneten Behandlung, in der Regel mit hochdosiertem Cortison über 3 bis 5 Tage, wieder zurückbilden. Werden die Nervenzellen zerstört, kommt es zu irreversiblen Ausfallserscheinungen.

Das wichtigste bei der Behandlung der Multiplen Sklerose ist die frühzeitige Beeinflussung des Krankheitsverlaufes durch Medikamente, die das Immunsystem günstig beeinflussen (Immunmodulatoren) oder unterdrücken (Immunsuppressiva). Zu den zugelassenen Medikamenten zählen:

  • Beta-Interferon (Avonex®, Betaferon®, Extavia®, Plegridy®, Rebif®)
  • Glatirameracetat (Copaxone®)
  • Teriflunomid (Aubagio®)
  • Dimethylfumarat, Fumarsäure (Tecfidera®)
  • Natalizumab (Tysabri®)
  • Alemtuzumab (Lemtrada®)
  • Mitoxantron (Ralenova®)
  • Daclizumab (Zinbryta®)
  • Ocrelizumab (Zulassung im 2. Halbjahr 2017 erwartet)

Die Multiple Sklerose ist eine häufige Erkrankung. In Köln leiden über 1000 Menschen an dieser Erkrankung. Dank der Behandlungsmöglichkeiten, die in den letzten 15 Jahren entwickelt wurden, hat die Erkrankung eine wesentlich bessere Prognose als früher.

www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=aktuelles&kategorie2=uebersicht

Neuroborreliose

Borrelien werden durch Zeckenbiss übertragen. Es handelt sich dabei anders als bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch ein Virus verursacht wird, um ein Bakterium. Typische Symptome sind Lähmungen der Gesichtsnerven, Hirnhautentzündungen oder Nervenwurzelentzündungen. Im Rahmen einer Borreliose können auch andere Organe wie die Haut, das Herz oder Gelenke betroffen sein. Die Neuroborreliose wird durch eine Lumbalpunktion mit Liquoranalyse bewiesen oder ausgeschlossen. Man kann sie gut durch Antibiotika behandeln.

Parkinson Krankheit

Die Parkinson Krankheit entwickelt sich bei 200 von 100.000 Menschen, meist im mittleren und höheren Lebensalter. Typische Symptome sind ein Zittern, das meist auf einer Seite beginnt oder auf einer Seite stärker ausgeprägt ist und/oder eine Steifigkeit der Bewegungen bzw. eine Bewegungsarmut. Oft verändern sich die Schrift und das Gangbild. Es kann zu vermehrten Stürzen kommen. Aber auch unter Riechstörungen, Gedächtnisstörungen und Depressionen leiden die Patienten mit Parkinson Krankheit. Ursächlich ist der Untergang von Nervenzellen im Gehirn, von denen die meisten den Botenstoff Dopamin benutzen. Obwohl man die Erkrankung nicht heilen kann, sind die Symptome durch Gabe von Medikamenten, die den Dopamin-Spiegel im Gehirn erhöhen, gut zu behandeln. Wichtig ist es, andere Erkrankungen, deren Symptome der Parkinson Krankheit ähneln, abzugrenzen. Dazu gehören der Normaldruckhydrozephalus, vaskuläre und Medikamenten-induzierte Parkinson-Syndrome sowie Systematrophien.

www.parkinson-vereinigung.de/?pg=krankheit

Polyneuropathie

Darunter versteht man eine Erkrankung der peripheren Nerven, das heißt derjenigen Nerven, die Impulse aus dem Gehirn und Rückenmark an Muskeln in Armen und Beinen übermitteln, oder umgekehrt Informationen von der Haut oder den Gelenken ans Gehirn. Eine Schädigung der sensiblen Nerven führt zu einer Taubheit, Missempfindungen oder einer Unsicherheit beim Gehen, die oft als Schwindel erlebt wird. Sind die motorischen Nerven auch betroffen, kann es zu Lähmungserscheinungen kommen. Polyneuropathien sind im höheren Lebensalter sehr häufig und haben vielfältige Ursachen. Am häufigsten kann ein übermäßiger Alkoholkonsum oder ein Diabetes die peripheren Nerven schädigen. Aber auch Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen können zu einer Polyneuropathie führen. Behandeln kann man nur die Ursache der Polyneuropathie zum Beispiel einen Mangel an Vitamin B12. Schmerzhafte Missempfindungen können mit Gabapentin behandelt werden.

Restless Legs Syndrom

Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der vor allem in den Abend- und Nachstunden ein Bewegungsdrang der Beine auftritt, der sich durch Umhergehen oder Bewegung bessert.

Gelegentlich liegt dem Restless legs-Syndrom eine behandelbare Erkrankung zugrunde (Vitamin B12-Mangel, Eisenmangel, Polyneuropathie, Nervenwurzelschädigung).

In der Regel lassen sich die Symptome der Erkrankung sehr gut durch Medikamente unterdrücken. Zunächst kommen Parkinson-Medikamente zum Einsatz.

www.restless-legs.org

Schlaganfall-Weiterbehandlung und Risikoberatung

Das Risiko, an einem Hirninfarkt zu erkranken, steigt bei jedem Menschen mit zunehmendem Lebensalter.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Risikofaktoren wie erhöhten Blutdruck (arterielle Hypertonie), erhöhte Blutfette (Hypercholesterinämie), erhöhten Blutzucker (Diabetes), Nikotinkonsum, Herz- oder Hirninfarkte in der Familie, Verengungen (Stenosen) oder Verkalkung (Arteriosklerose) der Hals- und Hirngefäße und eine bestimmte Herzrhythmusstörung, die absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern.

Es gibt auch noch einige, seltenere Ursachen für Hirninfarkte.

Für Risikopersonen ist es besonders wichtig, einem Schlaganfall vorzubeugen. Dazu müssen alle Risikofaktoren erkannt und -soweit möglich- ausgeschaltet werden. Die Untersuchung der Hals- und Hirngefäße mittels Doppler- und Duplexsonografie wird in unserer Praxis als Kassenleistung durchgeführt. Eine Beratung über ihr individuelles Schlaganfall-Risiko und vorbeugende Maßnahmen, erhalten Sie nach Terminvereinbarung in unserer Praxis.

www.schlaganfall-hilfe.de/stiftung

Spannungskopfschmerz

Es handelt sich dabei nach der Migräne um die 2. häufigste Kopfschmerzform überhaupt. Man rechnet mit 2.000 Patienten allein in Köln. Die Ursache von Spannungskopfschmerzen sind Verspannungen in der Nacken- und Schultermuskulatur, die zu drückenden Kopfschmerzen , typischerweise im Schläfenbereich, aber auch hinter den Augen oder oben auf dem Kopf führen. Gelegentlich kann bei starken Kopfschmerzen Übelkeit auftreten. Man unterscheidet dabei den episodischen Spannungskopfschmerz, der gelegentlich auftritt, und meist nach einigen Stunden wieder zurückgeht, von chronischem Spannungskopfschmerz, der an mehr als 15 Tagen im Monat auftritt. Typischerweise sind bei allen Formen des Spannungskopfschmerzes die Zusatzuntersuchungen wie Computertomografie und Kernspintomografie und EEG unauffällig. Wichtig ist es, andere Ursachen für Kopfschmerzen auszuschließen. Dazu zählt auch ein schlecht eingestellt Bluthockdruck, Sehstörungen, Erkrankungen des Ohres, der Stirnhöhlen, der Kiefergelenke, nächtliches Zähneknirschen und andere. Auch Kopfschmerzmittel, vor allem solche, in denen mehrere Wirkstoffe enthalten sind, können bei häufigem Gebrauch Kopfschmerzen hervorrufen.

Die Behandlung des episodischen Spannungskopfscherzes unterscheidet sich von der des chronischen: Meist werden Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac nach Bedarf eingesetzt. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen dagegen hilft eine Dauerbehandlung über einige Wochen mit Amitriptylin in einer Dosis von 75 mg einmalig abends eingenommen. Wichtig ist, dass das Medikament Amitriptylin in retardierter Form, d.h. mit verzögerter Freisetzung im Körper, eingenommen wird. Amitriptylin ist kein klassisches Schmerzmittel und hat aus diesem Grunde auch einige der unerwünschten Eigenschaften wie Reizung der Magenschleimhaut nicht. Es wurde ursprünglich für die Behandlung von Depressionen entwickelt, bis man feststellte, dass es bei chronischem Spannungskopfschmerz sehr gut wirksam ist. Amitriptylin führt zu Müdigkeit, weshalb es abends eingenommen wird, kann zum Anstieg der Leberwerte und bei herzkranken Menschen auch zu Herzrhythmusstörungen führen. Medikamente allein werden aber keine dauerhafte Linderung bringen, wenn sie nicht durch muskelentspannende Maßnahmen begleitet werden.

Bei jeder Form des Spannungskopfschmerzes ist es wichtig, die Muskelverspannungen zu lösen. Zu diesem Zweck können Sie Ausdauersport wie z. B. Joggen, Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren oder ähnliches betreiben und Entspannungsübungen machen. Empfehlenswerte Entspannungsverfahren sind z.B. Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.

Bei hartnäckigen Beschwerden können auch Verfahren wie Akupunktur oder eine Tape (Pflaster-)-Behandlung angewendet werden.

Führen Sie ein Tagebuch, in dem die Häufigkeit und Dauer Ihrer Kopfschmerzen festgehalten wird. So können wir gemeinsam feststellen, welche Maßnahmen Ihnen am besten geholfen haben.

www.dmkg.de/patienten

Schwindel

Schwindel ist ein häufiges Symptom, hinter dem sich sehr unterschiedliche Erkrankungen verbergen können: Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans oder der Hörnerven, Schlaganfälle, Erkrankungen der peripheren Nerven, von Herz und Kreislaufsystem.

Zunächst unterscheidet man, ob der Schwindel ständig da ist, oder kommt und geht. Kann er durch bestimmte Bewegungen ausgelöst werden?

Fühlt sich der Schwindel an, als ob man Karussell gefahren ist oder schwankend, wie nach einer längeren Seereise? Besteht der Schwindel aus einem Liftgefühl, als ob der Aufzug unsanft bremst oder ist es mehr ein unsicheres Gefühl beim Gehen oder ein Leeregefühl im Kopf?

Wird der Schwindel von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Hörstörungen, Ohrgeräuschen oder Sehstörungen begleitet?

Oft müssen Neurologen, Hals-Nasen-Ohrenärzte und Internisten zusammenarbeiten, um die Ursache des Schwindels zu ermitteln und die richtige Behandlung einzuleiten.

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